Künstliche Intelligenz - mehr als nur eine neue Technologie
Knut Weinmeister (Lehrer, Bremen)
Knut Weinmeister stellte sich zunächst vor: Er hatte als Schüler selbst das RWB besucht, unterrichtet jetzt in Bremen Englisch und Gebärdensprache. Einige seiner ehemaligen Bremer Schüler*innen waren auch im Zuschauerraum anwesend.
Dann begann er seinen Vortrag mit einer Erklärung, was KI ist und wie Computer lernen: Über die Auswertung von vielen Daten. Die KI „denkt“ also nicht, sie berechnet nur.
Anschaulich zeigte er die Anwendung von KI im Alltag: Bei Werbung, Medizin, Übersetzungen und Sprachassistenz wird immer häufiger KI eingesetzt. Viel häufiger als in den USA und Deutschland wird KI in China genutzt – dort aber auch für die staatliche Kontrolle.
Der Referent zeigte auch die Möglichkeiten für Barrierefreiheit. Insbesondere die Untertitelung gelingt heute relativ gut – die Übersetzung von Text in DGS mittels Avataren aber nur unzureichend. Die beste Qualität wird für ASL erreicht, weil hier mehr Daten zur Verfügung stehen. Wichtig ist, dass die tauben Nutzer auf dem Prinzip bestehen: Nichts über uns ohne uns.
Die KI-Entwicklung muss man aber auch kritisch sehen – so können Vorurteile verfestigt werden, es gibt Fake-Informationen, persönliche Daten werden missbraucht für Werbung oder staatliche Kontrolle. Berufe fallen weg.
Dies ist nur ein Teil der umfangreichen Inhalte, die Knut Weinmeister in seinem Vortrag ausführte.
In der Diskussion ging es u.a. um die Zukunft von Berufen (Lautsprachler sind z.B. im Vorteil, wenn sie ins Mikro einen Bericht eingeben können, der durch KI verschriftlicht wird), um Datenschutz (Datenschutz bei kostenloser Nutzung von Chat-GPT ist nicht möglich), dazu ein wichtiger Hinweis des Referenten: So wenig wie möglich persönliche Daten eingeben, keine Gesundheitsdaten, keine Personalausweisdaten.
Genannt wurde aber auch ein positiver Einsatz von KI: KZ-Überlebende berichten mittels Hologramm über ihr Leben und geben so ihre Erfahrungen weiter.
Insgesamt war es ein interessanter, sehr informativer Kofo-Abend, der aber etwas mehr Zeit gebraucht hätte.
Moderation: Ralf Kirchhoff
Gebärdensprachdolmetschen: Bastienne Blatz, Sandra Lintz-Naumann
Schriftdolmetschen: Mario Kaul, Cornelia Krajewski