ulbricht
Bericht vom 15. Weltkongress der Gehörlosen in Madrid
Referent: Kilian Knoerzer
Vom 22. – 26. Juli 2007 fand der 15. Weltkongress des WFD (World Federation of the Deaf) in Madrid statt. Ca. 3000 gehörlose und hörende Teilnehmerinnen aus aller Welt besuchten über 150 Vorträge, Diskussionsveranstaltungen, Film- und Theateraufführungen. Themenschwerpunkt des Kongresses waren “human rights for deaf people” (Menschenrechte für Gehörlose).
Über diese hochinteressante Veranstaltung berichtete Kilian Knoerzer in einem lebendigen Vortrag, auf dem er auch eigene Filmberichte zeigte.
Hier ist der Bericht mit Linktipps!
Moderation:
Winny Stenner
Gebärdensprachdolmetschen:
Bastienne Rehe, Maggie Meisen-Jelaš (Skarabee)
Schriftdolmetschen:
Gisela Kaul, Cornelia Krajewski
Fotos:
Ingo Langner
TeSS und Telesign – Telefonische Vermittlungsdienste für Hörgeschädigte
Referent: Dr. Ulrich Hase
Präsident der Deutschen Gesellschaft
Dr. Ulrich Hase, seit vielen Jahren schon fast Stammgast im Kofo Essen, stellte in seinem Vortrag vor allem das TeSS-Projekt, die dahinterstehende Idee und ihre Entwicklung zum heutigen Status quo vor. Entgegen der Annahme vieler Hörbehinderter ist TeSS noch keineswegs gesichert: Die Erprobungsphase ist gerade erst beendet und die Inanspruchnahme des Dienstes ist kostenpflichtig – und keineswegs preisgünstig, wie manche Kritiker beanstanden. Mittel- bis langfristig sollen die Kosten jedoch deutlich sinken und der einstimmige Tenor des Publikums lautete: TeSS ist eine gute Sache, die fortbestehen und weiterentwickelt werden sollte!
Informationen zu TeSS und Telesign auf der Website der Deutschen Gesellschaft
Moderation: Winny Stenner Gebärdensprachdolmetschen: Bastienne Rehe, Magdalena Meisen-Jelas (Skarabee) Schriftdolmetschen: Gisela Kaul, Cornelia Krajewski
Wie leben Gehörlose in Brasilien?
Referentin: Liona Paulus
Liona Paulus berichtete sehr lebendig und interessant über ihren Auslandsaufenthalt in Brasilien. Nach ihrem Abitur hat sie ein Jahr (im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres) an einer Gehörlosenschule gearbeitet und in ihrer freien Zeit das Land bereist.
Ihr Bericht machte Mut, selbst den Schritt zu wagen und einen Auslandsaufenthalt zu planen. Hier sind hilfreiche Adressen für Brasilien.
Moderation: Benedikt Feldmann Gebärdensprachdolmetschen: Bastienne Rehe, Magdalena Meisen-Jelas (Skarabee) Schriftdolmetschen: Gisela Kaul, Cornelia Krajewski; Fotos: Ingo Langner
Gehörlose im Nationalsozialismus
Referent: Lothar Scharf
Über 200 Besucher drängten sich in die Mensa des Internates: Neben zahlreichen Jugendlichen konnten wir auch viele Senioren, darunter einige hochbetagte Gäste wie Friedrich Waldow und Hermann Drese begrüßen. Auch Fridolin Wasserkampf war mit seiner Frau erschienen und stellte sich als Zeitzeuge in der Diskussion zur Verfügung.
Viele haben die Gelegenheit genutzt und vorher die Ausstellung „Gehörlose im Dritten Reich“ im Foyer des Berufskollegs besucht.
Moderation: Benedikt Feldmann Gebärdensprachdolmetschen: Bastienne Rehe, Urte Hempel (Skarabee) Schriftdolmetschen: Gisela Kaul, Cornelia Krajewski; Fotos: Ingo Langner
Hier ist der ausführliche Bericht!
Private Altersvorsorge
Referent: Dirk R. Schuchardt
(Deutsche Rentenversicherung Rheinland
Dirk Schuchardt referierte zum 3. Mal auf dem Essener Kofo. Wie immer war er super vorbereitet, brachte jede Menge Info-Material mit und schaffte es, das Thema lebendig, witzig und anschaulich zu präsentieren. Wichtig waren uns neutrale Informationen – ohne Werbung für eine Bank oder Versicherung.
Aus Zeitgründen haben wir diesmal keinen eigenen Bericht geschrieben. Wer sich informieren möchte: Die Deutsche Gehörlosen Zeitung 2/2007 berichtete sehr ausführlich über das Kofo.
Weitere Infos: www.IHRE-Vorsorge.de;
Kontakt zum Referenten: dirk.schuchardt@drv-rheinland.de
Moderation: Winny Stenner; Gebärdensprachdolmetschen: Bastienne Rehe, Doro Funk (Skarabee) Schriftdolmetschen: Gisela Kaul, Cornelia Krajewski, Fotos: Ingo Langner
Mobbing unter Gehörlosen und Schwerhörigen – was kann jeder dagegen tun?
Referent: Oliver Rien
(Dipl.-Psychologe, schwerhörig)
Mit ca. 170 Besuchern war der Andrang an diesem Abend sehr groß. Viele Berufstätige waren unter unseren Gästen – vielleicht ein Zeichen dafür, dass sich viele betroffen fühlen. Aber auch junge Leute nutzten die Chance, wichtige Informationen zu bekommen. Der Referent erklärte den Unterschied zwischen Klatsch &Tratsch und Mobbing, berichtete über Mobbing in Schule und Arbeitswelt und was man dagegen tun kann. Hier der Bericht.
Moderation: Winny Stenner; Gebärdensprachdolmetschen: Bastienne Rehe, Andrea Knipping (Skarabee) Schriftdolmetschen: Gisela Kaul, Cornelia Krajewski,Fotos: Ingo Langner
AIDS- Schon vergessen? Neue Informationen zum Welt-Aids-Tag 2006
Referent: Klaus-Peter Hackbarth (AIDS-Hilfe Essen)
Einige hatten Pech: Ausgerechnet zwischen 17.00 und 18.30 gab es eine Streckensperrung bei der S-Bahn und sie konnten das Kofo nicht erreichen. (Kein Ersatz, aber besser als nichts: Hier ist der Bericht!)
Für alle, die es geschafft haben, zu kommen, wurde es ein sehr interessanter Abend. Klaus-Peter Hackbarth referierte locker, informativ und verständlich. Man merkte ihm seine langjährige Beratungserfahrung an. Es war nicht sein erster Vortrag auf dem Essener Kofo – schon in der Gründungszeit hat er uns mit guten Beiträgen schlau gemacht. Aber auch das Publikum wurde gelobt: Die Fragen und Beiträge waren auf hohem Niveau.
Moderation: Winny Stenner; Gebärdensprachdolmetschen: Bastienne Rehe, Magdalena Meisen-Jelas (Skarabee) Schriftdolmetschen: Gisela Kaul, Cornelia Krajewski, Fotos: Ingo Langner, Frank Brüggemann
Jugendarbeit – einfach cool? Deutsche Gehörlosen-Jugend und Bundesjugend im DSB
Referenten: André Munk-Wendlandt, Stefan Goldschmidt
2002 fand schon einmal ein Kofo in Essen zum Thema Jugendarbeit statt. Damals diskutierten André Munk-Wendlandt und Markus Meincke zum Thema: “Hat Jugendarbeit eine Zukunft”? Wir wollten jetzt wissen, wie sich die Arbeit der Verbände entwickelt hat und wie sie auf Veränderungen reagieren. Was ist cool an Jugendarbeit, warum macht es Spaß?
Außerdem wollten wir Jugendlichen eine Gelegenheit geben, sich über die Angebote zu informieren, Wünsche zu äußern… und vielleicht zu überlegen, selbst mitzumachen.
Beide Referenten sind Profis auf diesem Gebiet und konnten viele interessante Informationen weitergeben. Hier ist der Bericht.
Aktuelle Infos sind nachzulesen auf den Websites beider Verbände:
Moderation: Benedikt Feldmann; Gebärdensprachdolmetschen: Bastienne Rehe, Magdalena Meisen-Jelas (Skarabee) Schriftdolmetschen: Gisela Kaul, Cornelia Krajewski, Fotos: Ingo Langner
Abi – und was dann? Studium für Hörgeschädigte
Referenten: Christian Lentzen, Matthias Schröder, Martin Holst, Birgit Rothenberg
An diesem Abend war schönstes Biergartenwetter – trotzdem kamen ca. 200 BesucherInnen. Stickig war es in der Mensa und die Dolmetscherinnen standen im Stau, wir mussten 30 Minuten später anfangen und das Programm ändern.
Eigentlich schlechte Voraussetzungen. Aber es wurde eine informative und zeitweise auch sehr unterhaltsame Veranstaltung – danke an alle, die dazu beigetragen haben.
Birgit Rothenberg vom Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium konnte als kompetente Fachfrau mit langer Beratungserfahrung wichtige Hinweise zu Rechtsansprüchen geben. Die Erfahrungen und Tipps von Betroffenen standen im Mittelpunkt dieser Veranstaltung: Christian berichtete über die Situation von gehörlosen Studierenden, Matthias über seine Erfahrungen als Schwerhöriger an der Uni. Martin vertrat die BHSA (Bundesarbeitsgemeinschaft hörbehinderter Studenten und Absolventen) und stellte die Einführungsseminar vor.
Alle Referenten betonten: Ganz wichtig ist das eigene Engagement und der selbstbewusste Umgang mit der Hörbehinderung. Begabung und Interesse für das Fach vorausgesetzt – dann können Hörgeschädigte ein Studium gut schaffen!
Leider war zu wenig Zeit, um alle Fragen ausführlich zu diskutieren und zu beantworten. Wer Interesse hat, kann die Beiträge der Referenten hier im
Bericht
nachlesen. Kontaktadressen und wichtige Termine sind auch angegeben.
Wir testeten eine neue Induktionsanlage. Alle Zuschauerinnen und -hörerinnen wurden gebeten, dazu einen Fragebogen auszufüllen. Das Ergebnis: Wer die Anlage nutzen konnte, war sehr zufrieden mit der Qualität. Hoffentlich klappt nun auch die Finanzierung.
Moderation: Benedikt Feldmann, Gebärdensprachdolmetschen: Bastienne Rehe, Ramona Kahl (Skarabee) Schriftdolmetschen: Gisela Kaul, Cornelia Krajewski, Fotos: Ingo Langner