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Förderverein

"Zeichen setzen!"

Gehörlosenkultur in Essen e.V.

19.03.2020

 

Liebe Kofobesucher,

die Corona-Pandemie verändert unseren Alltag und unsere Veranstaltungs-Planungen.
Wir hoffen, dass unser nächstes Kofo im Mai
(13.05.: "Abenteuer Alpen" mit Faraz Khadivi)
wie geplant stattfinden kann.
Auf jeden Fall informieren wir rechtzeitig darüber -
hier und per Rundmail.

Bis dahin - bleibt gesund!

 


Nachruf auf Fridolin Wasserkampf

Mit großer Betroffenheit haben wir erfahren, dass Fridolin Wasserkampf am 6. Januar 2020 mit fast 95 Jahren verstorben ist. In seinem langen und erfüllten Leben hat er sich – neben einer engagierten Vereinsarbeit -  auch stark mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandergesetzt und zählt zu den wenigen Deutschen seiner Generation, die das eigene Verhalten in dieser Zeit kritisch reflektieren konnten. Dadurch – aber auch wegen seines Humors und seiner positiven Lebenseinstellung - war er ein gefragter Zeitzeuge vor Schulklassen, auf Ausstellungen und Veranstaltungen.
So luden wir Fridolin Wasserkampf im März 2007 als Zeitzeuge zu einem Kofo ein: „Gehörlose im Nationalsozialismus“ mit Lothar Scharf. Er stellte sich dort den zahlreichen Fragen des Publikums über seine Schulzeit in Braunschweig, seine Begeisterung für die Hitler-Jugend, seine Begegnungen mit jüdischen Mitschülern. Uns allen ist diese Veranstaltung mit über 200 jungen wie  hochbetagten Gästen noch gut in Erinnerung: http://www.zeichensetzen-online.de/kofo/htm/2007/maerz/bericht.htm
Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Ruth Wasserkampf, die ihn stets begleitet und unterstützt hat.



Fridolin Wasserkampf im Gespräch mit Friedrich Waldow.
Links neben ihm seine Frau Ruth.



Fridolin Wasserkampf stellt sich den Fragen junger Zuschauer.


Liebe Freunde, Unterstützer, Mutmacher, Kraftgeber und natürlich Spender,

mehr als ein Dreivierteljahr ist es nun her, seit der Bundesgerichtshof zu unseren Gunsten entschieden hat, und mehr als ein halbes Jahr, seit die Stadt Duisburg entschieden hat, keine Verfassungsbeschwerde einzulegen, sondern das höchstrichterliche Urteil zu akzeptieren.

Wir sind immer noch extrem glücklich über den Lauf der Dinge und sehr erleichtert, dass wir es mit vereinten Kräften geschafft haben, drohendes Unheil abzuwenden nicht nur von unserer Mutter und von uns, sondern – hoffentlich! – von allen gehörlosen und auf Gebärdensprache angewiesenen Menschen in gleicher oder ähnlicher Lage. Und wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal aus tiefem, vollem Herzen bedanken für den Zuspruch, die Zuwendung, die Zuneigung auch, die wir während dieser schwierigen, nervenzerfetzenden Zeit durch so viele Menschen erfahren haben, die sich am Ende mit uns gefreut haben und uns einmal mehr das Gefühl gegeben haben, tatsächlich Teil einer großen, herzlichen, die Grenzen des Blutes weit hinter sich lassenden Familie zu sein.

Wir haben, als wir um Spenden gebeten haben, gesagt und geschrieben, dass wir das Geld, wenn es nicht für das Gericht benötigt wird, weitergeben werden an Institutionen, in denen und durch die es Gutes bewirken soll, helfen soll, wo Hilfe benötigt, aber nicht immer auch gewährt wird. Wir haben lange überlegt und uns auch mit den Mitgliedern von „Zeichen setzen!“ (www.zeichensetzen-online.de) beraten, wohin die Gelder fließen sollten – und durften, denn nach den Vorgaben des Finanzamtes kam nicht jede Organisation, die uns in den Sinn kam, auch als endgültige Empfängerin der Spenden in Frage. So hat es seine Zeit gebraucht, eine Entscheidung zu treffen, mit der wir, da sind wir sicher, alle sehr gut leben können.

Wir haben uns entschieden, die Spenden an zwei Institutionen weiterzugeben, deren Arbeit uns besonders am Herzen liegt: Die Deutsche Gehörlosen Jugend e.V. (www.gehoerlosen-jugend.de) und GIB ZEIT e.V. (www.gibzeit.de) – zwei Organisationen, die sich der Förderung und Verbreitung der Gebärdensprache als elementarem Mittel zum Erwerb von Wissen, Bildung, Lebensfreude, Kompetenz und Selbstbewusstsein verschrieben haben, die mit gehörlosen Kindern und Jugendlichen arbeiten und ihnen den Weg in die Zukunft ebnen, in eine erwachsene Zukunft, die sie selbst, bewusst und nach ihren eigenen Wünschen gestalten werden. Auch und gerade dann, wenn die Startbedingungen nicht die besten sind, wenn zur Gehörlosigkeit weitere Behinderungen, Beeinträchtigungen, scheinbare Mauern und Grenzen kommen, die wir einzuebnen helfen möchten. Wir hoffen und wünschen mit Euch allen, dass es – auch mit Hilfe Eurer Spenden - gelingt. Vielleicht nicht immer, aber so oft wie möglich.

In herzlicher Dankbarkeit,


Renate und Anja

Stand: 13. September 2018

Liebe „Zeichen setzen!“ – Mitglieder und Freunde!

Gestern, am 12. September, war der große Tag, auf den wir lange gewartet hatten und in den wir unsere ganze Hoffnung gesetzt haben!

Nach dem unsäglichen Urteil vor dem OLG Düsseldorf war gestern unser Berufungstermin beim Bundesgerichtshof. Die Anwälte der beteiligten Parteien haben in der Anhörung ihre Ansichten, Meinungen und Fakten darlegen können und alles wurde sehr ausführlich besprochen. Die Richter haben sich anschließend zur Beratung zurückgezogen und wir haben Stunden auf die Verkündung gewartet. Wir waren sehr angespannt, nervös und mit den Nerven wirklich am Ende, denn von diesem Urteil hing schließlich eine Menge ab. Wir hatten erst am späten Nachmittag mit der Verkündung gerechnet, doch schon zur Mittagszeit gegen 14 Uhr erreichte uns die unglaublich schöne Nachricht, dass das Urteil des OLG Düsseldorfs zurückgewiesen und das Urteil des Amtsgerichts Düsseldorfs bestätigt wurde. Und genau dieses Urteil ist FÜR die Gehörlosen!!! Ein Meilenstein in der Welt der Gehörlosen und zeitgleich für unsere Familie eine Bestätigung, dass sich der Kampf gelohnt hat und es wichtig gewesen ist, diesen Schritt zu gehen!

Auf diesem Wege möchten wir uns ganz besonders und ausdrücklich bei Euch allen bedanken! Ohne Eure vielfältige Unterstützung wäre dies alles niemals möglich gewesen. Ihr alle habt mit  Euren Spenden dazu beigetragen, dass wir diesen Weg gehen konnten und dass dieses Urteil zustande gekommen ist, das allen gehörlosen Menschen in diesem Land nutzt und sicher auch Menschen, die hören, aber andere besondere Bedürfnisse haben und im Falle eines anderslautenden Urteils ebenfalls hätten benachteiligt werden können. Aber auch Eure liebevollen Worte, Gesten und die moralische Unterstützung hat uns in dem vergangenen Jahr unglaublich viel gegeben. Was wir nun gerne zurückgeben können, ist der Erfolg für die gehörlose Gemeinschaft und ein dickes und riesengroßes DANKE-SCHÖN !!!

Mit vielen lieben Grüßen

Renate Walte und Anja Bosserhoff

 


Die Sammlung für die Gehörlosenschule in Tansania am 13. Februar
ergab 387,32 Euro!

Toma wird den Betrag Ende Februar übergeben.

Vielen Dank an alle Spenderinnen und Spender.