Gunter Trube
Auf Wiedersehen, Gunter!

Mit großer Bestürzung haben wir die Nachricht vom plötzlichen und viel zu frühen Tod eines Menschen erhalten, der das kulturelle und soziale Selbstbewußtsein gehörloser Menschen in Essen, Deutschland und auf der ganzen Welt ganz entscheidend mitgeprägt hat: Gunter Trube, den meisten von uns bis zu seiner Heirat mit Tom Trube besser bekannt als Gunter Puttrich-Reignard, ist am 29. Juni 2008 an Herzversagen gestorben.


Über viele Jahre hinweg durften wir Gunter immer wieder in Essen begrüßen und ihn dort vor allem auf der Bühne der Zeche Carl erleben, wo er nicht nur mehrfach als Schauspieler in einer beeindruckenden One-Man-Show auftrat, sondern auch als Moderator einer Karnevalsparty bleibenden Eindruck hinterließ. Doch wir lernten Gunter nicht nur als Künstler schätzen: Bei der Gründung der ersten Gruppe gehörloser und hörbehinderter Schwulen und Lesben in Zusammenarbeit mit der AIDS-Hilfe Essen leistete er Anschubhilfe und machte den Mitgliedern Mut, zu sich selbst zu stehen und miteinander für mehr Toleranz, Akzeptanz und ein starkes Selbstverständnis einzutreten.
Er selbst ging hier stets mit gutem Beispiel voran und setzte sich immer sehr für ein warmes, offenes und menschliches Miteinander ein, das die Individualität des Gegenübers wertschätzte und respektierte, niemanden ausgrenzte und den Schwächeren unterstützte und förderte. Obwohl Gunter sicher der weltweit bekannteste deutsche Gehörlose war und die Aufzählung seiner Leistungen und Auszeichnungen jeden Rahmen sprengen würde, waren Starallüren ihm fremd und er stand mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Realität.

Es fällt sehr schwer, ihn nun den Weg gehen lassen zu müssen, der ihn von uns fort führt. Er wird uns sehr fehlen.

Wir haben den Kranz für Gunter Trube nach Berlin geschickt.
Auch danken wir an Mo, denn sie als Berlinerin uns gekümmert hat.

Urnenwand Kranz an Gunter Trube von "Zeichen setzen!"
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