Flower Power“ brachte den Karneval in die Zeche Carl zurück

Manchmal leben Totgesagte wirklich länger: Nach zweijähriger Pause kam am 15. Februar der Karneval für Gehörlose und Hörgeschädigte in die Zeche Carl zurück. Unter dem Motto „Flower Power“ tummelten sich gut 200 vorwiegend jugendliche Partywütige im liebevoll mit riesigen bunten Blumen dekorierten Casino der Zeche Carl. Fast fühlte man sich in die 70er Jahre zurückversetzt – überall sah man Blumenkinder, schrille Hemden zu Schlaghosen, riesige Sonnenbrillen und gigantisch aufgetürmte Afro-Frisuren zu Klamotten und Schmuck, die aus Mutters und Vaters Klamottenkiste hervorgekramt zu sein schienen. Organisiert wurde die Party von den Internaten Curtiusstraße und Fritz-von-Waldthausen des Diakoniewerks Essen, dem Rheinisch-Westfälischen Berufskolleg, der Zeche Carl und dem Förderverein „Zeichen setzen!“ – Gehörlosenkultur in Essen e.V., die sich ein kleines, aber feines Bühnenprogramm ausgedacht hatten. Die Moderatoren Benedikt und Rafael führten locker, witzig und sehr gekonnt durch ein Programm mit Gebärdenpoesie, selbstgedrehten Filmbeiträgen und natürlich einer Kostümprämierung. Das Publikum hatte hier die Qual der Wahl, denn angesichts all der originellen und sehr authentisch wirkenden Kostüme war es gar nicht so einfach, den Sieger zu bestimmen, der mit stolzgeschwellter Brust den 1. Preis, einen Geschenkgutschein von Amazon.de, in Empfang nehmen konnte. In Bombenstimmung feierte man bis um 2 Uhr in der Früh – und als die Letzten nach Hause fuhren, war klar: Im nächsten Jahr soll’s wieder „Party auf Zeche“ geben!

Hier der Bericht in der NRZ vom 17. Februar 2007 (mit freundlicher Genehmigung der Journalistin)

Fotos: Ingo Langner